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Anerkennung ausländischer Physiotherapeuten in Brandenburg

[29.11.17] 

Erstmals konnten Physiotherapeuten aus dem Ausland zu ihrer beruflichen Anerkennung in Brandenburg durch das IQ Netzwerk begleitet werden. Konkrete Unterstützung für die Gesundheitsfachkräfte leistete das IQ Teilprojekt „Anpassungsqualifizierungen in den sozialen Ausbildungsberufen und den Gesundheitsfachberufen“ des Vereins Kontakt Eberswalde. Das noch bis Ende 2018 bestehende Projekt kann die Kosten für die Qualifizierung übernehmen. Interessenten können sich an das Projektteam wenden.

Endlich als Physiotherapeutin in Brandenburg arbeiten dürfen – für Beata Kozuch ist dies keine Selbstverständlichkeit. Sie hatte in ihrem Heimatland Polen die Ausbildung abgeschlossen und kam direkt nach ihrem Studium nach Deutschland. Während sie hier die Sprache lernte, hat sie in einem Restaurant gekellnert.

Der verantwortungsvolle Beruf ist in Deutschland staatlich reglementiert. Das Landesgesundheitsamt vergleicht den jeweiligen Abschluss mit den deutschen Berufsstandards und fragt das Fachwissen in einer Prüfung ab. Die Kandidaten bereiten sich gemeinsam mit Dozierenden einer Fachschule über mehrere Wochen auf die Prüfung vor.

Das IQ Teilprojekt entlastet die Prüflinge finanziell, übernimmt die Kosten für Schule und Prüfung und kann auch bei Fahrkosten oder Literatur unter die Arme greifen. Zudem bietet es ein individuell zugeschnittenes Coaching der Fachsprache an. Medizinische Begriffe und Formulierungen für Anamnese und Pflegedokumentation können die Teilnehmenden mit Honorardozierend ebenso einüben wie Gespräche mit dem Kollegium, Ärztinnen und Ärzten, Patientinnen und Patienten.

Eine Herausforderung für Beata Kozuch: die berufsbezogene Fachsprache zu üben: „Während meiner Ausbildung haben wir nicht viele lateinische Begriffe verwendet. Das ist in Deutschland anders. Gerade unter Kollegen oder mit Ärzten ist es sehr wichtig, präzise zu formulieren und schnell zu verstehen. So musste ich nicht nur alles auf Deutsch, sondern daneben ausgiebig Latein lernen.“

Die Anpassung eines ausländischen Abschlusses bietet die Chance, in seinem erlernten Beruf als Fachkraft zu arbeiten, selbstbestimmter und erfüllter im Arbeitsalltag aufzutreten. „Der Weg dorthin hält natürlich einige Hürden bereit: Zeugnisse müssen beschafft werden, aktives Lernen und die Prüfungssituation erfordern besondere Anstrengung“, so Projektleiterin Anne Dann.

„Hier greift unsere individuelle Begleitung. Wir helfen, Formulare und Bescheide zu ver-stehen und befähigen, darauf zu reagieren, erläutern Zuständigkeiten. Punktum, als IQ Projekt halten wir die Fäden zwischen allen beteiligten Akteuren zusammen. Nicht zu vergessen ist natürlich der finanzielle Aspekt. Im Flächenland Brandenburg werden allein schon die Pendelfahrten zwischen Wohnort und Fachschule schnell zu Tagesreisen mit entsprechenden Kosten. Dazu kommt noch, wenn Teilnehmende sich nebenher um die Betreuung ihrer Kinder kümmern müssen.“

Dass sie über das nötige Wissen verfügt, hat Beata Kozuch im Herbst 2017 mit dem Bestehen ihrer Eignungsprüfung bewiesen. Mit ihrer Anerkennungsurkunde vom zuständigen Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) bewirbt sie sich nun als Physiotherapeutin in Brandenburg.

Informationen und Unterstützung bei einem Antrag auf Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse erhalten Interessenten bei den Beratungsstellen des IQ Landesnetzwerkes. Für das gesamte Verfahren, einschließlich Antragstellung, Vorbereitung mit einem Bildungsträger, Eignungsprüfung, bis hin zur Anerkennung durch das Landesgesundheitsamt sollte man einige Monate einplanen.

Weitere Informationen:

Telefon: 03338/7059430
Mail: a.dann[at]kontakt-eberswalde.de
IQ Teilprojekt "Anpassungsqualifizierungen in den sozialen Ausbildungsberufen und den Gesundheitsfachberufen", Kontakt Eberswalde e.V.

In Kooperation mit: 
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