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Arbeitsmarktintegration: „Interkulturelle Öffnung“ im Jobcenter Oberhavel

[28.01.19] 

Neue Broschüre erschienen

Um Migrantinnen und Migranten einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen, bietet das IQ Netzwerk Brandenburg seit 2012 interkulturelle Fortbildungen und Beratungen für Beschäftigte in Jobcentern und Arbeitsagenturen an. Bis heute haben fast 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter daran teilgenommen.

Das Jobcenter Oberhavel geht noch einen Schritt weiter: „Integration durch Qualifizierung“ (IQ) begleitet dort durch das Teilprojekt „Interkulturelle Öffnung der Regelinstitutionen“ (IKÖ) einen Prozess der interkulturellen Öffnung, mit dem die interkulturelle Kompetenz der Behörde zusätzlich gestärkt werden soll. Jetzt ist eine neue Informationsbroschüre erschienen, die einen Einblick in den Organisationsentwicklungsprozess im Sinne interkultureller Öffnung im Jobcenter gibt.

Arbeitsministerin Susanna Karawanskij begrüßt das Engagement: „Der Zugang zu Arbeit ist einer der wichtigsten Schritte zur erfolgreichen Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte. Eine Schnittstelle sind unbenommen die Jobcenter und Arbeitsagenturen. Je besser sich die Beschäftigten dort in die besondere Situation von Migrantinnen und Migranten hineinversetzen können und diese kennen, desto besser gelingt auch die Vermittlung in Arbeit. Das Projekt ‚Interkulturelle Öffnung‘ im Jobcenter Oberhavel ist beeindruckend und beispielgebend. Es wäre toll, wenn weitere Jobcenter und Arbeitsagenturen dem Beispiel folgen würden. Die neue Broschüre gibt dafür wichtige Informationen.“

Träger des Projektes ist die Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie Brandenburg (RAA Brandenburg). Projektleiterin Patricia Redzewsky sagt: „Das IQ Netzwerk arbeitet an der Zielsetzung, die Arbeitsmarktchancen für Menschen mit Migrationsgeschichte zu verbessern. 2017 zählten die Behörden 23,4 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands zu dieser Gruppe. Warum der Fokus auf diese Personengruppe besonders wichtig ist? Menschen mit Migrationsgeschichte sind bundesweit etwa doppelt so häufig von Arbeitslosigkeit betroffen wie Menschen ohne Migrationsgeschichte. Die Ursachen hierfür sind vielfältig, das können zum Beispiel aufenthalts- und arbeitsrechtliche Gesetzeslagen sowie wiederkehrende Diskriminierungserfahrungen in alltäglichen Situationen sein.“

Tim Weimer, Leiter des Jobcenters Oberhavel, erläutert: „Unabhängig vom IKÖ-Prozess können wir unsere Mitarbeitenden mit neuen Herausforderungen nicht alleine lassen, wir können nicht sagen: ‚Ihr werdet das schon machen, kümmert euch mal, belest euch mal, besucht doch mal 'ne Fortbildung‘. Es muss klar sein, dass hier gesellschaftliche Veränderungsprozesse vonstattengehen und sowieso auf uns zukommen, und der IKÖ-Prozess befähigt uns, darauf schneller und qualifizierter zu reagieren.“

Hintergrund

In dem IKÖ-Prozess werden zum Beispiel folgende Fragen mit allen Beschäftigten des Jobcenters thematisiert: Wie wirken sich Stereotype und Vorurteile – die wir ja alle haben – auf die Beratungspraxis aus? Wie können Strukturen verändert werden, damit Diskriminierungsrisiken bei der Beratung und Vermittlung von Menschen mit Migrationsgeschichte verringert werden?

Die Erfahrungen und bisher umgesetzten Maßnahmen des Jobcenters sind jetzt in einer neuen Broschüre festgehalten: „Interkulturelle Öffnung gestalten. Erfahrungen und Impulse aus der Arbeit des Jobcenter Oberhavel und des IQ Teilprojekts Interkulturelle Öffnung der Regelinstitutionen“.

Die Broschüre kann hier heruntergeladen werden oder bestellt werden (Kontakt: Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie - RAA Branden-burg, Zum Jagenstein 1, 14478 Potsdam, Telefon: 0331 747 80 14.

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