Startnews SingleViewStartnews SingleViewStartnews SingleView RUStartnews SingleView PLNewsStartnews SingleViewStartnews SingleViewStartnews SingleView

IAQ: Forschungsergebnisse zu Programmen der Nach- und Weiterqualifizierung von hochqualifizierten Zugewanderten veröffentlicht

[29.11.18] 

[IAQ] Die wenigen Programme zur Nach- und Weiterqualifizierung von hochqualifizierten Zugewanderten an deutschen Hochschulen reichen nicht aus, zeigen aktuelle Forschungsergebnisse des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Fast 40 Prozent der neu Zugewanderten im Alter von 25 bis 64 Jahren haben einen akademischen Abschluss. Selbst unter den Geflüchteten mit oft unterbrochenen Bildungswegen liegt der Akademikerinnen- bzw. Akademiker-Anteil im zweistelligen Bereich. Die Qualifizierungsprogramme verbessern zwar ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt, aber es gibt strukturelle Defizite.

"Die Maßnahmen sind meist befristet und regional verstreut", kritisiert IAQ-Direktorin und Projektleiterin Prof. Dr. Ute Klammer im aktuellen IAQ-Report. "Die Angebote müssen ausgebaut und verstetigt werden", fordert Projektmitarbeiterin Alexandra Graevskaia angesichts der demographischen Entwicklung. Besonders gravierend ist für viele die Frage, wie während der Bildungsmaßnahme der Lebensunterhalt finanziert werden kann.

Wer sich an einer Hochschule einschreibt, hat in der Regel keinen Anspruch auf Grundsicherung, und BAföG gibt es nur sehr eingeschränkt. "Den Zugang in eine notwendige hochschulische Nach- und Anpassungsqualifizierung versperrt vor allem der Grundsatz, dass längstens bis zum Erwerb eines Hochschulabschlusses gefördert wird. Und ein bereits vorhandener Abschluss schließt zudem eine Förderung aus, obwohl die zugewanderten Akademiker noch nie BAföG in Deutschland beansprucht haben", kritisiert der IAQ-Forscher Prof. Dr. Matthias Knuth.

Priorität sollte deshalb eine Reform des BAföG haben, die den Lebens- und Bildungswegen von Zugewanderten besser Rechnung trägt. Auch die Zugangskriterien für Stipendienprogramme sollten überprüft und bewusst für die Zielgruppe geöffnet werden, schlägt das IAQ-Team vor.

Die Forschungsergebnisse im IAQ-Report 07/2018 zum Download finden Sie hier.

In Kooperation mit: 
Logo Bundesministerium für Bildung und ForschungLogo Bundesagentur für Arbeit